Warum Prof. Dr. Hartmut Walz über Jahrzehnte hinweg seine Krawatte über dem Gurt trug

Einfach genial entscheiden – Mit Visualisierungen

"Warum ich über Jahrzehnte hinweg beim Autofahren die Krawatte stets über den Sicherheitsgurt gelegt habe." (Prof. Dr. Hartmut Walz)

Der Grund dafür ist ein Bild, das Prof. Dr. Hartmut Walz, tätig an der Hochschule Ludwigshafen am Rhein und Keynote-Speaker auf dem Erlebniskongress für visuelle Kommunikation im Business, einst gesehen hat. Welches das genau war, beschreibt er im Vortrag am 22.09. im Palmenhaus in Erfurt. Sein Thema ist so passend, dass Sie begeistert sein werden und hochmotiviert in den Tag starten können.

Einfach genial entscheiden - mit Visualisierungen

Entscheidungen müssen Sie ständig treffen. Laut Studien treffen Sie 20.000 Entscheidungen pro Tag (s. Stanik 2012), die meisten davon sind natürlich unbewusst. Doch auch bewusste Entscheidungen müssen Sie mehrfach am Tag treffen.

Wie entscheiden Sie sich richtig? Prof. Dr. Walz hat hierzu ein tolles Buch veröffentlicht, das einige Tipps für Sie parat hält. Es lohnt sich, es zu lesen, denn mit viel Witz schreibt Prof. Dr. Walz, wie Entscheidungen häufig getroffen werden. Dabei erzählt er so plastisch Geschichten aus dem Alltag, dass sie jeder einfach nachvollziehen kann. In einen Business-Kontext gestellt unterstützen sie Sie, in Ihrem Berufsalltag gute Entscheidungen zu treffen.

Und genau diese Geschichten stellen die Visualisierungen dar. Sie sind verständlich, jeder kann sich ein genaues Bild davon erzeugen. Hier ein Beispiel aus dem dritten Kapitel des Buches "Einfach genial entscheiden" (Walz 2013, S. 20f):

"Es hat nicht fünf Minuten, sondern fünfzig Jahre gedauert …

Die Episode

Von dem genialen spanischen Maler Pablo Picasso (1881 - 1973) wird folgende Geschichte berichtet: Eine wohlhabende Dame bat den bereits sehr betagten Picasso, sie in einer möglichst treffenden und individuellen Art zu portraitieren - eben so, dass sie jedermann sofort wiedererkennen könne. Gut solle sie aussehen, generös und weltläufig, kultiviert. Mit dem Portrait, welches sie in ihrer Villa aufzuhängen gedachte, wollte die Dame ihre Gäste beeindrucken.

Picasso nahm den Auftrag spontan an, schaute der Dame ein, zwei Minuten sehr intensiv ins Gesicht, griff zum Pinsel (oder den Tuschestiften) und zauberte in kürzester Zeit ein Portrait, welches die Gesichtszüge der Dame in schmeichelnder, aber gleichwohl unverwechselbarer Art wiedergab. Die Dame war begeistert und schon im ersten Augenblick in das so gelungene Schnellportrait verliebt. Sie strahlte über alle Züge und sparte nicht mit Lob, welches der alte Meister mit humorvoller Bescheidenheit annahm.

Doch das Strahlen ihrer Züge fror in Sekunden ein, als Picasso auf die Frage nach dem Preis für dieses Meisterwerk einen - in ihrer Einschätzung - selbst für eine wohlhabende Dame horrenden Betrag nannte. „So viel Geld für so wenig Arbeit ist doch der pure Wucher. Das bezahle ich nicht. Das hat doch nur ein paar Minuten gedauert.“

Picasso bot an, das Werk zu zerstören, wenn die wohlhabende Dame nicht zahlen wolle. Auch deutete er an, dass er das Bild ja ein wenig anders (weniger schmeichelhaft) malen könne - es werde dann auf dem Markt sicher einen Käufer finden. Diese Botschaft verstand die Kundin - sie hatte ja nicht nur Freunde und daher wäre es nicht wirklich lustig, wenn einer ihrer Widersacher ein unvorteilhaftes Bild von ihr zu Schau stellte. Beides blieb nicht ohne Wirkung auf die wohlhabende Dame.

Schließlich spielte Picasso jedoch seinen letzten Joker aus. Er malte völlig freihändig einen einfachen Kreis auf eine Leinwand und setzte sodann - ebenfalls freihändig - einen Punkt in die Mitte des Kreises. Nun bat er die Dame, mit Hilfe eines großen Zirkels den Kreis zu überprüfen. Zu ihrem Erstaunen war der freihändig gezeichnete Kreis absolut perfekt und der Punkt darin auch tatsächlich exakt in der Mitte. Nun sagte Picasso: „Sehen Sie, gnädige Frau, es hat nicht ein paar Minuten gedauert, es hat viele Jahrzehnte gedauert, bis ich so malen konnte.“

Sie ahnen es: Das Bild wurde letztlich zum geforderten Preis verkauft."

Picasso: Übung macht den Meister - und den Preis

Gute Preisentscheidungen treffen

Auch im Alltag passiert es immer wieder, dass Kunden den genannten Preis als zu hoch empfinden. Sie möchten handeln und sehen dabei nur das Ergebnis. Ist Ihr Produkt oder Dienstleistung wirklich weniger Wert? Oder ist es vielleicht sogar viel mehr wert? Im Buch werden hierzu tolle Beispiele für gute und schlechte Preisentscheidungen dargeboten. Damit es Ihnen zukünftig leichter fällt, den richtigen Preis für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu finden, gibt Prof. Dr. Walz schließlich wertvolle Tipps für Ihre Entscheidungen (Walz 2013, S. 22):

  • Welchen Kundennutzen bieten Sie? Setzen Sie einen Preis auf dieser Basis an und Sie kommen der Preisfrage wesentlich näher (value based pricing).
  • Bleiben Sie nicht auf der Stelle stehen. Steigern Sie stetig Ihren Wert, profilieren Sie sich, stärken Sie Ihre Marke.
  • Seien Sie kein Fähnchen im Wind. Bleiben Sie stattdessen hartnäckig an Ihrem Ziel und arbeiten Sie so den nachhaltigen Wert Ihrer Leistung aus.

Möchten Sie noch weitere solcher tollen Tipps? Dann lesen Sie das Buch und lernen Sie Prof. Dr. Hartmut Walz persönlich kennen!
- auf dem Erlebniskongress für visuelle Kommunikation im Business.

(Dann erfahren Sie auch, weshalb Prof. Dr. Walz über Jahrzehnte hinweg beim Autofahren die Krawatte über den Sicherheitsgurt legte.)

Prof. Dr. Hartmut Walz, Hochschule Ludwigshafen am Rhein

Prof. Dr. Hartmut Walz ist ein führender Verhaltensökonom und Entscheidungsexperte. Als Professor, Redner und Autor verdeutlicht er, wie wir (noch) besser entscheiden. Dies tut er anschaulich, in leicht verständlichen Bildern, mit AHA-Effekt und Augenzwinkern. Walz ist Autor zahlreicher Fachartikel, der HAUFE-Bücher „Einfach genial entscheiden“ und „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ sowie des Hartmut Walz Finanzblog.

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